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Kapitel 2 von 10

Warum es funktioniert

Ein Sprachmodell vergisst eine Regel, die nur in einem Text steht. Deshalb besteht Code Guardian aus drei Ebenen, und nur eine davon ist Text. Die beiden anderen laufen außerhalb des Modells.

Ebene 1 — Skills: was das Modell liest

Ein Skill ist eine Anweisung, die Claude beim passenden Anlass in den Kontext lädt. Er ändert, wie gearbeitet wird: erst einstufen, dann prüfen, dann bauen, dann belegen.

Das ist die schwächste Ebene, und das Paket behandelt sie auch so. Ein Skill kann übersehen werden. Deswegen gibt es Ebene 2.

Ebene 2 — Sperren: was gar nicht erst läuft

Eine Sperre ist ein Hook: ein kleines Programm, das nachfragt, bevor Claude Code ein Werkzeug aufruft. Antwortet es mit deny, wird der Befehl nicht ausgeführt. Nicht gewarnt, nicht kommentiert — nicht ausgeführt. Kann eine der Befehlssperren selbst nicht prüfen, etwa weil Python fehlt, fragt sie stattdessen Sie.

Das ist der Unterschied zwischen einem Ratschlag und einer Sperre:

Ohne Sperre Mit Sperre
„Bitte prüfe vor dem Deploy, welche Dateien mitgehen.“ rsync an den Produktivserver wird abgewiesen, bis die Klassifikation vorliegt.
„Migrationen sollten umkehrbar sein.“ artisan migrate läuft nicht, solange Umkehrbarkeit, Sperrprofil und Backfill nicht beurteilt sind.
„Achte auf Geheimnisse im Commit.“ git commit bricht ab, wenn ein Schlüssel im Diff steht.

Die Sperren greifen unabhängig davon, ob ein Skill geladen ist. Sie hängen am Befehl, nicht an der guten Absicht.

Am Ende jeder Antwort sperrt seit v17.3 nichts mehr von selbst. Ob eine Behauptung belegt ist, ein Punkt offen steht oder eine Änderung an heiklem Code eine unabhängige Prüfung (eine Prüfung ohne Kenntnis des Plans des Autors) bekommen hat, prüft der Skill als Arbeitsanweisung. Als Sperre am Abschluss lassen sich zwei Prüfungen zuschalten: Recht und Datenauswertung.

Ebene 3 — Prüfagenten: die nicht wissen, was Sie hören wollen

Ein Modell, das seine eigene Arbeit noch einmal liest, findet Bestätigung. Das ist kein Charakterfehler, sondern Mechanik: es hat dieselben Annahmen wie beim Schreiben.

Die Prüfagenten des Pakets bekommen deshalb nicht das Urteil des Autors. Sie bekommen das Artefakt und den Auftrag, Fehler zu finden. Keiner von ihnen hat ein Werkzeug zum Bearbeiten von Dateien — sie lesen, messen und melden, und ihren Beleg legen sie als eigene Datei unter .code-guardian-evidence/ ab. Die meisten führen dafür Befehle aus; dass sie dabei nichts ändern, regelt ihr Auftrag.

Das ist der Grund, warum ein Befund von einem Prüfagenten etwas wert ist: Er ist nicht die zweite Meinung desselben Kopfes.

Was daraus folgt — für Sie

Beleg schlägt Behauptung. „Ich habe es gelesen, es sieht richtig aus“ gilt im ganzen Paket nicht als Prüfung. Was zählt, ist ein ausgeführter Befehl mit seiner Ausgabe oder ein Prüfer von außen.

Und die Grenze steht im Lizenzvertrag, Abschnitt 7.3, wörtlich:

Code Guardian prüft und meldet; jede Entscheidung über eine Änderung, eine Freigabe oder eine Auslieferung trifft der Lizenznehmer.

Das Paket verlangt Belege und hält gefährliche Befehle an. Es nimmt Ihnen die Entscheidung nicht ab, und es will sie auch nicht.

In einem Satz

Skills ändern, wie gearbeitet wird; Sperren verhindern, was nicht laufen darf; Prüfagenten widersprechen — und die Entscheidung bleibt bei Ihnen.

Dieses Kapitel als Auftrag an Claude Code

Kopieren, die Platzhalter in spitzen Klammern durch Ihre eigenen Angaben ersetzen und in Claude Code einfügen. Der Auftrag ist für Claude Code geschrieben.

Zeig mir, welche Code-Guardian-Riegel in diesem Projekt gerade scharf sind.

Für jeden einzelnen:
- wann er feuert
- was genau er abweist
- was ich liefern muss, damit er öffnet

Nenne sie beim Dateinamen, nicht nur dem Zweck nach.

Und sag mir zum Schluss, welcher davon bei meinem nächsten Vorhaben
<kurz beschreiben> voraussichtlich zuschlagen wird.

Diese Anleitung beschreibt Version v17.9. Im Portal steht inzwischen Version v17.10 bereit, einzelne Angaben können deshalb abweichen.